Um 4.00 Uhr musste unser Kapitän den Liegeplatz im Hafen verlassen und nochmal ein Stück rausfahren auf den Atlantik.
Ab 9.00 Uhr sollte es dann losgehen mit der Durchfahrt. Wir konnten also in Ruhe frühstücken und ein schattiges Plätzchen auf Deck 14 im Strandkorb suchen. Von dort hatten wir beide Seiten im Blick und das Heck. Am Bug drängelten sich sehr viele Passagiere, weil sie meinten nur ganz vorne hat man den besten Blick. Dort war überhaupt kein Schatten, das war nichts für uns.
Wir waren alle ganz aufgeregt, nicht nur die Passagiere, sondern auch der Kapitän und die Crew. Premiere für Aida Cruises, unseren Kapitän, der gesamten Crew und allen Passagieren.
Viele Crewmitglieder standen ganz vorne auf dem Crewdeck und machten Fotos und Videos, wie wir auch. Jedenfalls herrschte an Bord hektisches Treiben. Jeder möchte als erstes die Premiere erleben.
Dazu die angenehme ruhige Stimme unseres Lektors, der uns die Geschichte und jeden Abschnitt des Panamakanals gut erkärt und der immer wieder betont, wie lange er schon davon träumt, einmal durch den Panamakanal zu fahren und nun ist es endlich soweit und dass bei Traumwetter. Er ist genauso wie wir alle überglücklich und freut sich wie ein Kleinkind.
Von Land bekam unser Kapitän Unterstützung vom Lotsen und 19 Helfer, die ihm helfen sollten, erstmals ein Aida Schiff durch den Panamakanal zu schleusen. Außerdem passen sie auf, dass unser Schiff keine Schrammen abkriegt.
Die 19 Helferlein von Land befestigten die Leinen der speziellen kleinen Loks (Mulis genannt) an unserem Schiff. Die Loks ziehen uns nicht (unser Schiff hat Kraft genug) sondern sie stabilisieren die Schiffe millimetergenau, damit wir rechts und links noch ein paar Zentimeter Platz an der Mauer haben. Einige Passagiere auf Deck 5 lassen sich stolz fotografieren, wie sie die Mauer anfassen. Es sind nur 40 cm auf jeder Seite, an manchen Stellen noch weniger. Das schafft man zu Hause noch nicht mal mit dem Auto.
10.00 Uhr wir erreichten die erste von drei Schleusen. Es ist die 1914 erbaute Gatun Schleuse, die immer noch einwandfrei funktioniert. Sie hebt und senkt unser Schiff in drei Kammern insgesamt um ca. 26 Meter vom Meeresspiegel hinauf zum Gatun See oder umgekehrt. Schon irre, was die hier mal gebaut haben. Erst haben es die Franzosen probiert, sind aber kläglich gescheitert. Dann haben die Amerikaner das Projekt übernommen und viele Millionen Dollar investiert. Viele Ingenieure mit vielen vielen Arbeitern haben dieses Wunderwerk der Technik geschaffen. Leider sind auch viele an Gelbfieber und Malaria gestorben.
12.00 Uhr es ist ja der 6.12.25. Aida bittet uns zum Nikolaus Poolbrunch. Die Entscheidung fällt schwer. Aber so eine Kleinigkeit zwischendurch und vor allein Dingen ein sehr kaltes Getränk kann ja nicht schaden. Denn jetzt sind wir auf dem sehr sehr großen Gatun See und bis zur nächsten Schleuse dauert es bis 16.00 Uhr.
Zu Hause machen sie sich Sorgen um uns. Gott sei Dank gibt es Video Konferenzen. Und so konnten wir telefonieren und beruhigen, dass es uns sehr gut geht. Morgens um 9.00 Uhr bei 26 Grad, Sonne und im Strandkorb.
In allen Zeitungen wird über die Aida Diva, die sich auf Weltreise befindet, berichtet. Aber nicht über die Weltpremiere, dass Aida zum allerersten Mal durch den Panama Kanal fährt, sondern das auf der Aida Diva das Noro-Virus ausgebrochen ist und uns die amerikanischen Behörden schon auf dem Schirm haben. Nun sind wir alle gespannt, was die Zeitungen schreiben, wenn wir doch in San Diego USA am 16.12.25 wieder einreisen dürfen.
15.00 Uhr fahren wir durch die engste Stelle des Panamakanals. Rechts und links ragt ein Terrassen Berg empor. Das war mal ein ganzer Berg. Der musste in der Mitte gesprengt werden, damit der Kanal entstehen konnte. Jetzt überspannt eine Brücke an dieser Stelle den Kanal.
16.00 Uhr erreichen wir die Pedro-Miguel-Schleuse. Diese hat nur eine Kammer. Jetzt müssen wir vom Gatun-See wieder angehoben werden auf die Höhe des Miraflores-Sees.
Nun wurde es langsam Zeit für die Kabine. Duschen und umziehen zum Abendessen.
Wir hatten Glück und fanden einen freien Tisch auf der Aussenterasse des Restaurants Yachtclub. Von dort konnte man die Durchfahrt weiter beobachten. Die Sonne ging um 18.00 Uhr unter. Die Miraflores Schleuse erreichten wir im Dunkeln um 19.00 Uhr. Es war ja klar, dass wir noch einmal Fotos und Videos machen mussten.
Kurz danach passierten wir noch die beleuchtete Puente de las Americas und sahen die Skyline von Panama City. Um 20.00 Uhr erreichten wir dann den Pazifik und der Kapitän änderte den Kurs in Richtung Norden.
Im Theatrium trat ein neuer Gastkünstler auf. Jochen Stelter (Zauberer mit Humor).
Nach diesem erlebnisreichen, emotionalen, aufregenden Tag waren wir zu müde für humorvolle Zauberkunst. Nur noch schnell in die Kabine und schlafen.
Die gesamte Durchfahrt war sowas von spannend, interessant und sehenswert. Wir konnten gar nicht aufhören zu filmen und Fotos zu machen. Das war schon ein großes Highlight auf dieser Reise. Aber auch ein Teures. Der Kassierer am Eingang des Panamakanals bedankt sich bei Aida für 560.000 Euro . Wir bedanken uns auch bei Aida für diese tolle Erlebnis



































